Störungen im Biss: Wenn Muskeln verrückt spielen!

Zahnschmerz MannManchmal verändert sich der Biss mit fatalen Folgen. Fehlende und gekippte Zähne, aber auch ungleichmäßige Abnutzung, zu hohe Füllungen und Zahnersatz zwingen das Kiefergelenk häufig in eine Zwangsposition. Die Muskeln versuchen diese Fehlposition auszugleichen. Sie verhärten sich und versuchen krampfhaft den Biss zu korrigieren.

Vor allem nachts beginnt man in dieser Phase zu knirschen, aber auch tagsüber kann man buchstäblich verbissen sein. Denn die Muskeln lassen nicht locker. Die Zähne zeigen mit der Zeit erste Verschleißerscheinungen und reiben sich unkontrolliert ab.

Zerstörerische Muskeln

Das Kiefergelenk kann einiges verkraften. Oft reicht allerdings nur ein Tropfen aus, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Vor allem Stress führt zu einer noch größeren Muskelaktivität. Irgendwann wirkt zu viel Kraft auf die zierlichen Kiefergelenke. Sie beginnen zu schmerzen und zu knacken, Kopf- und Nackenschmerzen folgen. Meistens bleibt die Ursache für die Kopf- und Nackenschmerzen unerkannt.

Eine häufige Ursache für die so genannte Migräne findet sich nach wissenschaftlichen Studien auch in den Zähnen wieder und wird als Craniomandibuläre Dysfunktion bezeichnet.

Entspannung registrieren

In einem ersten Schritt ist es deswegen wichtig die Muskeln auf Verhärtungen und Schmerzen zu untersuchen. Ein knackendes, reibendes Kiefergelenk, das buchstäblich nicht mehr rund läuft, ist ein weiteres Indiz für eine Craniomandibuläre Dysfunktion.

Ist die Diagnose klar, muss für Entspannung im Kauapparat gesorgt werden. Der Physiotherapeut lockert die Muskeln, der Zahnarzt registriert die Wohlfühlposition für das Kiefergelenk. Eine Aufbissschiene, die nachts oder bei Beschwerden getragen werden sollte, entlastet die zierlichen Gelenkköpfe und hilft den Muskeln sich zu entspannen. Beschwerdefreiheit ist jetzt erstmal das oberste Ziel.

Hat sich das Kiefergelenk erholt und die Muskeln entspannt, kann Zahnersatz in Wohlfühlposition den Beschwerden langfristig und ästhetisch entgegenwirken.